Andreas Kaminski

Andreas Kaminski (Sprecher des Netzwerks) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der TU Darmstadt und Leiter der Abteilung für Wissenschafts- und Technikphilosophie am HLRS Stuttgart.

Er promovierte 2008 mit Technik als Erwartung. Grundzüge einer allgemeinen Technikphilosophie. In seiner Habilitation befasst er sich mit den Antinomien von Vertrauen, einer Praxisform, die in einem spannungsreichen Verhältnis zu Prüfungssituationen steht. Kaminski ist Mitgründer und -herausgeber des Jahrbuch Technikphilosophie.

Schwerpunkt innerhalb des Netzwerks: Die Rolle des Maßstabs

Dass Prüfungen irgendwie bedeutsam für Personen sind, ist so evident, dass kaum danach gefragt, worin der systematische Zusammenhang zwischen Prüfung und Subjektivität besteht. Zentral ist dabei, so meine leitende Hypothese, die Rolle des Maßstabs. Eine Person zu sein, heißt, in einem normativen Verhältnis zu sich zu sein. Prüfungen führen nun einen Maßstab ein, der dieses normative Verhältnis betrifft. Von besondere Bedeutung ist dabei, dass Prüfungen diesen Maßstab in der Regel zu technisieren versuchen. Es geht um Messtechniken. Anders als bei klassischen Messpraktiken, die Natürliches betreffen, verhält sich der Gegenstand (Subjekt) der psychometrischen Messung zum Maßstab, der an es angelegt wird. Deutlich wird dies etwa am Lynn-Flynn-Effekt, der in der Geschichte der Intelligenzprüfungen auftritt. Damit sind die drei zentralen Bereiche meines Schwerpunkts im Netzwerk umrissen:

1. Die grundbegriffliche Frage lautet: Wie hängen Subjektivität und Prüfung zusammen?
2. Die technikphilosophische Frage ist: Was sind Prüfungstechniken?
3. Die historische Frage heißt: Wie wandeln sich diese Techniken?

Im Mittelpunkt aller drei Teilbereiche steht die Frage nach der Bedeutung und Funktion des Maßstabs. Auf diese Weise versuche ich systematisches und historisches Vorgehen zu vereinigen.

Relevante Publikationen

  • Maßstäbe der Macht. Psychologische Prüfungstechniken. In: Andreas Kaminski, Andreas Gelhard (Hg.): Philosophie informeller Technisierung. Darmstadt: WBG 2014, S. 171-184.
  • Wie subjektivieren Prüfungstechniken? Subjektivität und Möglichkeit bei William Stern und Martin Heidegger. In: Andreas Gelhard, Thomas Alkemeyer und Norbert Ricken (Hg.): Techniken der Subjektivierung. Paderborn: Fink 2013, S. 173-187.
  • Prüfungen um 1900. Zur Genese einer Subjektivierungsform. In: Historische Anthropologie 2011, H. 2/19 (3), S. 331–353.
  • Psychotechnik und Intelligenzforschung: 1903-1933. In: Christopher Coenen, Stefan Gammel, Reinhard Heil und Andreas Woyke (Hg.): Die Debatte über “Human Enhancement”. Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen. Bielefeld: Transcript 2010, S. 117-142.
  • Measuring Intelligence Effectively. Psychometrics from a Philosophy of Technology Perspective. In: Alfred Nordmann, Nicola Mößner (Hg.): The Epistemology of Measurement – Representational and Technological Dimensions. London: Pickering & Chatto [im Druck].
  • Kontinuität oder Bruch? Kompetenzprüfungen im Verhältnis zu Intelligenz- und Eignungstests. In: Hardy Frehe, Lina Klare, Georgios Terizakis (Hrsg.): Interdisziplinäre Vernetzung in der Lehre. Vielfalt, Kompetenzen, Organisationsentwicklung. 2015, S. 76-91.

Mail to: kaminski@phil.tu-darmstadt.de

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